Capital | Der Yen steht erneut im Fokus möglicher Interventionen
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Das Währungspaar USD/JPY hat ein neues Hoch erreicht
- Wall Street legt trotz geopolitischer Risiken und im Vorfeld der Tech-Quartalszahlen zu
Investmentfonds.de | Die unruhige Kursentwicklung an der Wall Street hält an, wobei eine Erholung bei Technologieaktien – insbesondere im Halbleitersektor – den Markt stützt. Diese Bewegung erfolgt trotz anhaltender geopolitischer Risiken sowie der Auswirkungen steigender Ölpreise, der Ungewissheit über die Zinsentwicklung und des Bewertungsdrucks auf den Markt. Die Rohölpreise kletterten auf ein Mehr-Monats-Hoch, während sich die USA und der Iran weiterhin gegenseitig mit Angriffen drohen. Die USA haben mit Schlägen gegen mutmaßliche iranische Atomanlagen gedroht. Unterdessen gefährden Huthi-Rebellen weiterhin die Schifffahrt im Roten Meer – womit die Blockade eines weiteren globalen Nadelöhrs für die Energieversorgung droht – und haben Schiffe zudem davor gewarnt, saudische Häfen anzulaufen. Trotz dieser Dynamik und der daraus resultierenden makroökonomischen Risiken reagieren die Märkte weitgehend gelassen. Während sich US-Aktien zwar sichtlich schwer tun, nach oben auszubrechen, hält sich umgekehrt auch das Abwärtspotenzial in Grenzen.
Die Rallye bei Technologieaktien läutet die Berichtssaison der „Magnificent Seven“ im bevorstehenden US-Handel ein, wobei Tesla und Alphabet ihre Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegen. Auch wenn beide Unternehmen über recht unterschiedliche Geschäftsmodelle verfügen, wird die entscheidende Frage darin bestehen, wie sie ihre Investitionen in künstliche Intelligenz monetarisieren und wie es um den Umfang sowie die erwartete künftige Rendite künftiger Investitionen bestellt ist. Mit Blick auf den Gesamtmarkt befindet sich die Wall Street in einer verblüffend ähnlichen Lage wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorquartals, bevor die US-Indizes zu einem bemerkenswerten Höhenflug ansetzten. Damals dominierten geopolitische Risiken und die Ungewissheit über die Zinsentwicklung die Schlagzeilen und die Marktstimmung. Doch weitaus besser als erwartet ausgefallene Quartalsergebnisse der „Magnificent Seven“-Unternehmen trieben die US-Indizes von einem Rekordhoch zum nächsten. Angesichts der aktuellen Stimmung und Bewertungslage könnte es auch in diesem Quartal zu einer ähnlichen Outperformance kommen, sollten die Gewinne erneut die Erwartungen übertreffen.
Während der asiatischen Handelssitzung gilt das Augenmerk den japanischen Märkten, nachdem das Währungspaar USD/JPY über Nacht ausgebrochen ist. Der Kurs erreichte ein neues 40-Jahres-Hoch und durchbrach dabei die Marke von 163, da fundamentale Faktoren den Yen weiterhin belasten. Steigende Ölpreise, die Aussicht auf Zinserhöhungen in den USA sowie fiskal- und geldpolitische Stimulierungsmaßnahmen in Japan befeuern diesen Trend – eine Entwicklung, die kaum ohne eine deutliche Kurskorrektur seitens der japanischen Behörden enden dürfte. Angesichts des Niveaus und der Geschwindigkeit der Yen-Bewegung werden die Märkte daher genau auf mögliche Interventionen achten.
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