Capital | Wall Street erneut durch Tech-Aktien belastet – NASDAQ gibt nach
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Die Rohölpreise bewegen sich seitwärts, während die geopolitischen Spannungen erneut zunehmen.
Investmentfonds.de | Die Schwäche im Technologiesektor belastete weiterhin die Wall Street, da das Marktgeschehen nach wie vor stark von der Nachfrage nach Chips sowie von schwindenden Gewinnen in der Halbleiterbranche – verursacht durch steigende Kosten und verschärften Wettbewerb – geprägt ist. Der Nasdaq gab in einem Handelstag mit eher begrenzten Kursverlusten nach, während sich zyklische Werte gut behaupteten; gestützt wurden sie dabei durch Anzeichen für einen nachlassenden Preisdruck sowie eine relative Robustheit des Arbeitsmarktes. Letztlich werden die Unternehmensgewinne – insbesondere im Technologiesektor – über Erfolg oder Misserfolg am US-Aktienmarkt entscheiden, wobei die Messlatte mit einem erwarteten Gewinnwachstum von 23 % für den S&P 500 im zweiten Quartal recht hoch liegt. Als entscheidender Prüfstein gelten dabei die Gewinne der „Hyperscaler“: Sie liefern Investoren wichtige Erkenntnisse zur Monetarisierung und den laufenden Investitionen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und damit auch zur künftigen Nachfrage nach Chips. Allerdings sorgen Branchengrößen wie Netflix für zusätzliche Nuancen im Gesamtbild und trüben die Stimmung ein, nachdem das Unternehmen bei der Umsatzprognose im Rahmen seiner Quartalszahlen enttäuscht hatte.
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Geopolitische Risiken bleiben ein weiterer wesentlicher Treiber der Märkte. Eine Konsolidierung der Ölpreise nahm – dank moderater Anleiherenditen – etwas Druck von den Aktienmärkten, wenngleich die Renditen angesichts der soliden US-Konjunkturdaten der vergangenen Nacht leicht gestiegen sind. Sowohl die USA als auch der Iran treiben die Eskalationsspirale weiter voran. Die Risiken für die Energieversorgung gehen inzwischen über die Straße von Hormus hinaus, da der Iran die Huthi-Rebellen angewiesen hat, das Rote Meer zu blockieren, sollten die USA iranische Energieinfrastruktur angreifen. Zudem wurden Drohungen gegen Saudi-Arabien wegen dessen Rolle im Krieg ausgesprochen, insbesondere im Hinblick auf die verschärften Angriffe im Jemen. Die Lage bleibt hochbrisant, während die Märkte gespannt auf die für heute angekündigte Rede von US-Präsident Donald Trump blicken. Es wird erwartet, dass er auf angeblichen Wahlbetrug eingehen, aber womöglich auch Äußerungen zum Krieg machen wird.
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