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Capital | Das Währungspaar USD/JPY fällt auf ein Siebenmonatstief, obwohl kein wesentlicher Auslöser vorliegt
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Steigende Ölpreise belasten die Marktstimmung im feiertagsbedingt dünnen Handel.
Investmentfonds.de - Zu Wochenbeginn zeigten sich die Märkte relativ ruhig, da die Wall Street aufgrund des Feiertags „Labor Day“ geschlossen blieb. Dennoch lasten weiterhin geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie die Ungewissheit über die künftige US-Zinspolitik auf dem Marktgeschehen – insbesondere im Vorfeld wichtiger Preisdaten aus den USA, die gegen Ende der kommenden Woche erwartet werden. Die Inflationsaussichten trüben sich zunehmend ein, da die Ölpreise infolge des jüngsten Schlagabtauschs zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus angezogen haben. Angesichts der erhöhten Wahrscheinlichkeit tiefgreifender und langwieriger Störungen der weltweiten Versorgung sorgen die militärischen Aktivitäten für eine anhaltend hohe Risikoprämie an den Energiemärkten. Diese Dynamik dämpft naturgemäß die Risikobereitschaft, zumal der Preis für Brent-Öl auf die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel zusteuert – ein Niveau, das US-Präsident Donald Trump in der Vergangenheit bereits scharf kritisiert hat.
Der japanische Yen setzt seinen starken Anstieg fort und baut die Bewegung aus, die durch Marktinterventionen, Berichte über Kursüberprüfungen (sog. „Rate Checks“) sowie Spekulationen über baldige Zinserhöhungen in Japan ausgelöst wurde. Die Kursbewegung im europäischen Handel – bei der das Währungspaar USD/JPY um mehr als 1 % auf ein Siebenmonatstief und unter die wichtige Marke von 155 fiel – hatte jedoch keinen offensichtlichen Auslöser. Am Markt wurde die Entwicklung auf ein Zusammenspiel von Marktpsychologie und technischen Faktoren zurückgeführt: ein nervöser Markt nach einer Phase nachrichtengetriebener Volatilität und unter den Bedingungen eines durch Feiertage ausgedünnten Handels. Zwar gibt es für diese Bewegung durchaus fundamentale Gründe, da der Markt eine bevorstehende Zinserhöhung der Bank of Japan einpreist, doch bleibt die Risikolage ambivalent. So könnte der US-Dollar wieder zulegen, sollten US-Inflationsdaten die Erwartung einer Zinserhöhung durch die Fed in der kommenden Woche schüren.
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