AllianceBernstein | Die Fed hält still – doch die Zinserhöhung rückt näher
Eric Winograd, Chief US Economist bei AllianceBernstein
Investmentfonds.de - Die US-Notenbank hat den Leitzins unverändert belassen, doch eine Zinserhöhung im Dezember wird wahrscheinlicher. Eric Winograd, Director—Developed Market Economic Research and Chief US Economist bei AllianceBernstein, analysiert die Signale der Fed, die Rolle neuer Konjunkturdaten und den künftigen Kommunikationskurs von Notenbankchef Warsh.
Die US-Notenbank (FOMC) hat den Leitzins wie erwartet unverändert in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Die begleitende Erklärung enthielt eine bemerkenswerte Begründung für diese Entscheidung: Der Ausschuss geht davon aus, dass weitere Daten helfen werden, den angemessenen geldpolitischen Kurs zu bestimmen. Das ist ein recht klares Signal, dass die Fed nach Auswertung weiterer Daten im Dezember eine Zinserhöhung erwartet – im Einklang mit meiner Prognose und den Markterwartungen.
Abwarten trotz deutlicher Inflationsrhetorik
Bei der Begründung der Entscheidung betonte Notenbankchef Warsh wiederholt, dass bis zur Sitzung im Dezember noch zahlreiche neue Informationen vorliegen werden – zunächst zwei Inflationsberichte und zwei Arbeitsmarktberichte. Das ist ein durchaus nachvollziehbarer Grund, die Entscheidung zu vertagen, zumal zwischen der letzten Sitzung und der aktuellen nur jeweils ein neuer Datenpunkt zu Inflation und Beschäftigung vorlag. Dennoch fällt erneut die Diskrepanz zwischen seiner sehr deutlichen Rhetorik im Kampf gegen die Inflation und der Entscheidung des Ausschusses auf, zunächst nicht zu handeln. Mein Eindruck ist, dass Warsh Zinserhöhungen möglichst vermeiden möchte. Sollten die Daten ihn dazu zwingen, wird er handeln. Die Hürde für eine Zinserhöhung scheint für ihn jedoch höher zu liegen als die für eine Beibehaltung des Zinsniveaus.Auch bei seiner Pressekonferenz blieb Warsh ausweichend. Wie gewohnt setzte er auf allgemeine Aussagen und umging konkrete Fragen. Dabei riskierte er erneut, das Inflationsziel der Fed abzuschwächen. Er sagte, bei der Eindämmung der Inflation gehe es „nicht um ein bestimmtes Datum im Kalender oder einen bestimmten Datenpunkt“. Ein Ziel bezieht sich jedoch zumindest teilweise auf beides. Sich auf keines von beiden festzulegen, lässt eine gewisse Unschärfe erkennen, die im deutlichen Kontrast zu seiner häufigen Zusicherung steht, die Preisstabilität wiederherstellen zu wollen. Er versucht, die Bedeutung des Inflationsziels zu unterstreichen und zugleich dessen Präzision zu verringern. Dieser Spagat ist schwierig.
Warsh sucht einen Mittelweg in der Kommunikation
Deutlich mehr erfahren haben wir darüber, wie die Fed unter Warsh künftig mit den Finanzmärkten umgehen will. Warsh hat sich vehement gegen eine geldpolitische Forward Guidance ausgesprochen, weil sie seiner Ansicht nach das Signal verzerrt, das die Fed aus den Finanzmärkten ablesen kann. Vor der aktuellen Sitzung hatten jedoch öffentliche Äußerungen mehrerer Fed-Vertreter die Markterwartungen erheblich beeinflusst. Sie hatten jeweils erklärt, dass es besser sei, zunächst abzuwarten, statt die Zinsen anzuheben. Daraufhin sank die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von 90 auf rund 15 Prozent. Tatsächlich hob die Fed die Zinsen nicht an.Nun wissen wir, dass Warsh wie seine Vorgänger überraschende geldpolitische Entscheidungen vermeiden möchte. Weichen die Markterwartungen von der Einschätzung der Fed ab, ist daher damit zu rechnen, dass die Notenbank versucht, diese Fehlwahrnehmung zu korrigieren. Das ist für die Fed grundsätzlich nicht neu, wohl aber die Erkenntnis, dass auch Warsh auf diese Weise vorgehen will.
Geldpolitische Entscheidungen werden seltener
Die Änderungen in der Kommunikation fallen insgesamt weniger grundlegend aus als erwartet. Trotz Warshs angekündigtem „Regimewechsel“ sind die Neuerungen nicht so weitreichend, wie man hätte vermuten können. Er kündigte allerdings Änderungen am Sitzungskalender der Fed an: Ab Herbst nächsten Jahres soll eine der acht jährlichen Sitzungen der „langfristigen Strategie“ statt der Geldpolitik gewidmet sein. Bei dieser Sitzung wird nicht über die Leitzinsen abgestimmt; im Mittelpunkt stehen längerfristige Fragen. Im Jahr 2028 sollen zwei der acht Sitzungen diesem strategischen Schwerpunkt dienen. Das entspricht Warshs Wunsch, geldpolitische Entscheidungen seltener zu treffen, und verdeutlicht zugleich, dass er langfristigen Themen mehr Aufmerksamkeit schenken will. Kurzfristig erwarte ich daraus keine Auswirkungen auf die Märkte.- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (AllianceBernstein) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (AllianceBernstein)
***
Hinweis:
Diese Nachricht stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Anlageberatung durch unsere Experten.
Wie funktioniert die "Investmaxx Anlageberatung"?
Das grösste Risiko bei der Geldanlage von Privatanlegern ist es, in drastisch überteuerte Investmentanlagen zu investieren, für die man später weniger Geld herausbekommt, als man selbst investiert hat. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatanleger gilt daher ein Erfolgsprinzip: Im Einkauf liegt der Erfolg, doch genau hier scheitern viele Anleger und steigen bei euphorischen Märkten zu teuer ein und verkaufen ihre Anlagen in Paniksituationen zu billig.
Die eigene "Psychologie von Gier und Angst" macht damit über 95% der Anleger oft einen Strich durch die Rendite der eigenen Geldanlage.
Das zweitgrösste Risiko für die eigene Geldanlage ist damit der Privatanleger selbst. Die INVEXTRA.COM AG setzt deswegen bei der Anlageberatung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, um aus überteuerten Sektoren auszusteigen und in günstiger bewertete Sektoren umzuschichten. Das Konzept wurde an der University of Michigan Business School (USA) von unserem Gründer, Dipl.-Kfm. Raimund Tittes, entwickelt und erfolgreich 1996 in die Praxis umgesetzt. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
>>> Unsere Experten entwickeln individuelle, global diversifizierte Portfolios, die in wachstumsstarke Sektoren investieren und darauf ausgerichtet sind, Vermögen langfristig aufzubauen, durch Risikomanagement die Stabilität und den Erhalt von Vermögen zu gewährleisten und vor Inflation zu schützen. >>> Mehr Infos dazu.
***
INVESTMENTFONDS.DE
TOP Fonds / ETF Vergleich - Wertentwicklung
INVESTMENTFONDS.DE Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.