Valour | Liquidität, Risiko und neue Konkurrenz: Warum Gold Bitcoin derzeit abhängt
Johanna Belitz, Head of Nordics beim Krypto-ETP-Emittenten Valour
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 09. Februar 2026 - Der Goldpreis hat in den vergangenen Monaten eine außergewöhnliche Rallye erlebt, ist zuletzt jedoch unter Druck geraten. Ende Januar erreichte das Edelmetall kurzzeitig ein Hoch von rund 5.500 US-Dollar je Feinunze, verlor im anschließenden Abverkauf zwischenzeitlich rund 20 Prozent und notiert aktuell wieder bei knapp 5.000 US-Dollar. Bitcoin hingegen konnte weder an die vorherige Goldstärke anknüpfen noch von der kurzzeitigen Korrektur des Edelmetalls profitieren. Die größte Kryptowährung notiert im Zuge der jüngsten Marktturbulenzen bei etwa 70.000 US-Dollar und liegt damit deutlich weiter von ihren Hochs entfernt als Gold. Vor diesem Hintergrund stellt sich vielen Anleger die Frage, ob Bitcoin zum Wachstum von Gold aufschließen kann.
Der jüngste Goldanstieg ist Ausdruck eines globalen Liquiditätsvakuums, in dem Kapital gezielt aus Risikoanlagen abgezogen und in physische Edelmetalle umgeschichtet wird. In einem Umfeld geopolitischer Spannungen, wachsender Zweifel an der Tragfähigkeit staatlicher Schulden und zunehmender Stresssignale an den Anleihemärkten – etwa in Japan – gilt Gold vielen Anlegern derzeit als Anker für den Kapitalerhalt. Der Markt befindet sich klar im „Risk-off“-Modus, und Gold profitiert als primäres Ziel dieser Kapitalflucht.
Bitcoin bekommt Konkurrenz durch „Gold-Token“
Hinzu kommt ein neuer Wettbewerbsfaktor: tokenisiertes Gold. Immer mehr Investoren erhalten Zugang zu Blockchainbasierten goldgedeckten Produkten in Form von ETPs (XAUt) und Token, die on-chain abgewickelt werden und direkt an den Goldpreis gekoppelt sind. Damit entsteht erstmals ein Anlageinstrument, das die klassischen Eigenschaften von Gold – Knappheit, langfristige Wertstabilität und Inflationsschutz – mit der Effizienz und Zugänglichkeit der Blockchain verbindet. Zwar ist die Marktkapitalisierung von Gold-Token in den vergangenen Monaten stark gestiegen, sie liegt mit rund 5,4 Mrd. USD aber noch deutlich unter der Marktkapitalisierung von Bitcoin (1,4 Bio. USD) und spielt auch im gesamten Goldmarkt derzeit praktisch noch keine Rolle. Dennoch bedeutet das für Bitcoin zumindest kurzfristig zusätzliche Konkurrenz im Narrativ des „digitalen Goldes“, insbesondere bei Investoren, die Sicherheit suchen, aber nicht auf digitale Abwicklung verzichten wollen.Ein zusätzlicher Treiber der Goldnachfrage kommt zunehmend aus dem Kryptosektor selbst. Stablecoin-Emittenten bauen ihre physischen Goldreserven aus, um ausgegebene Token mit realen Vermögenswerten zu unterlegen. Marktführer Tether, der neben Stabelcoins auch Goldbasierte Token emittiert, hält mittlerweile Bestände des Edelemetalls in einer Größenordnung, die mit kleineren Zentralbanken vergleichbar ist. Gold wird damit indirekt auch Teil der Krypto-Marktinfrastruktur und ein Faktor, der die Nachfrage weiter stabilisiert.
Liquidität bestimmt die Marschrichtung für Bitcoin
Vor diesem Hintergrund überrascht weniger die Stärke von Gold als vielmehr die Schwäche von Bitcoin. Historisch folgte Bitcoin dem Goldpreis häufig mit zeitlicher Verzögerung. Zwar hat sich diese Korrelation zuletzt abgeschwächt, doch der relative Bewertungsmaßstab liefert ein klares Signal: Gegenüber Gold erscheint Bitcoin so günstig wie selten zuvor. Das Bitcoin-Gold-Verhältnis liegt auf historischen Extremniveaus, die in der Vergangenheit oft langfristig attraktive Einstiegszonen markiert haben.Diese Unterbewertung erklärt sich maßgeblich aus dem aktuellen Marktverhalten. Trotz eines schwächeren US-Dollars und zunehmender Diskussionen über eine Lockerung der Geldpolitik bleibt der erwartete Rückenwind bislang aus. Bitcoin verhält sich in dieser Phase weniger wie ein sicherer Hafen und zunehmend wie ein Liquiditäts-Asset: In Phasen knapper Liquidität wird es verkauft und nicht als Instrument zum Inflationsschutz aufgebaut. Der Abfluss aus strukturierten Produkten wie Bitcoin-ETFs im US-Markt verstärkt diesen Eindruck nur weiter.
Der aktuelle Marktzyklus ist damit klar von Liquiditätsverknappung geprägt, ein Zustand, der erfahrungsgemäß nicht von Dauer ist. Sollte sich das globale Umfeld bis zu einer geldpolitischen Wende weiter zuspitzen, sind zusätzliche Verwerfungen an den Märkten nicht auszuschließen. Gegen Ende solcher Phasen geraten jedoch häufig auch zuvor stark gelaufene Assets wie Gold unter Druck, wenn Anleger Liquidität freisetzen, um Verluste auszugleichen oder neue Opportunitäten zu finanzieren. In diesen Umschichtungsphasen fließt Kapital typischerweise von hoch bewerteten in relativ günstig erscheinende Assets. Genau hier liegt das zyklische Potenzial für digitale Assets wie Bitcoin.
Digitalisierung prägt weiterhin den Zahlungsverkehr der Zukunft
Von Liquiditätsbewegungen abgesehen bleibt der langfristige Ausblick entscheidend. Unabhängig von kurzfristigen Kapitalflüssen ist klar: Die Welt wird digitaler. Globale Handelsbeziehungen geraten zunehmend unter Druck, das Vertrauen in den US-Dollar als alleinige Abwicklungswährung bröckelt, und alternative Settlement-Systeme gewinnen an Bedeutung. Hier kann die Blockchain als zukünftige digitale und globale Infrastruktur ihre Karten ausspielen. Sobald sich der Liquiditätszyklus dreht – etwa durch ein Ende des quantitativen Tightenings oder einen neuen geldpolitischen Kurs nach einem Führungswechsel bei der Fed – könnte Bitcoin überproportional profitieren. Historisch fielen Bitcoin-Bullenmärkte mit Phasen steigender globaler Liquidität zusammen.Gold dominiert aktuell als primärer Profiteur eines historischen Liquiditätsvakuums. Bitcoin steht kurzfristig unter Druck, konkurriert zusätzlich mit tokenisiertem Gold und bleibt anfällig für weitere Rücksetzer. Strukturell spricht jedoch vieles dafür, dass digitale Assets nach der Auflösung der aktuellen Spannungen zu den größten Profiteuren eines neuen Liquiditätszyklus zählen werden. In einem zunehmend digitalen, fragmentierten und geopolitisch angespannten globalen System erscheint ein nachhaltiger Rückzug aus digitalen Wertspeichern wenig plausibel.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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