Schroders | Energiewende und KI befeuern einen neuen Markt für Infrastructure Debt
Schroder Investment Management GmbH
Investmentfonds.de - Frankfurt am Main, 29.07.2026 - Infrastructure Debt hat sich in den vergangenen Jahren von einer Nischenstrategie zu einer etablierten Anlageklasse entwickelt. Was einst vor allem Banken und Versicherungsgesellschaften vorbehalten war, steht heute einem breiteren Investorenkreis offen – mit einem differenzierten Risiko-Rendite-Profil, das von klassischen Senior-Strukturen bis hin zu Junior- und Nachrangstrategien mit höherem Renditepotenzial reicht.
Diese Entwicklung hat mehrere Ursachen. Zunächst ist der Rückzug der Banken infolge regulatorischer Reformen nach der Finanzkrise zu nennen, die sie dazu zwangen, Risikoaktiva in ihren Bilanzen zu reduzieren. Dadurch entstand Raum für privates Kapital, um als alternative und stabile Kapitalquelle für Kreditnehmer einzuspringen.
Zweitens hat sich die Definition von Infrastruktur erweitert und umfasst nun ein breiteres Spektrum an Vermögenswerten, das von den Trends der Energie- und Digitalwende geprägt wird und sich nicht mehr auf reine Projektfinanzierungen beschränkt. Damit haben sich auch die Bedürfnisse der Kreditnehmer verändert, die maßgeschneiderte Instrumente benötigen, die auf spezifische Geschäftsmodelle zugeschnitten sind.
Als Folge dieser Entwicklungen hat sich der Markt entlang der Kapitalstruktur verschoben, mit zunehmenden Allokationen in Junior- und Nachrangstrategien, die Investoren ein anderes Risiko-Rendite-Profil bieten.
Infrastructure Debt sprach zunächst vor allem Banken und Versicherungsgesellschaften an; sie diversifizierten damit ihre Unternehmenskreditbücher und erhielten Duration bei niedrigem Risiko bei effizienter Nutzung des regulatorischen Eigenkapitals. Heute umfasst die Assetklasse zunehmend auch anspruchsvolle Sub-Investment-Grade-Produkte mit höherem Renditepotenzial. Dies erweitert die Attraktivität der Assetklasse für Investoren wie Pensionsfonds und Stiftungen und bietet gleichzeitig Raum für maßgeschneiderte Lösungen auf Emittentenseite.
Sub-Investment-Grade Infrastructure Debt bietet ein differenziertes Risiko-Rendite-Profil
Das aktuelle Marktumfeld ist durch erhöhte Basiszinsen, aber historisch niedrige Credit Spreads an den Anleihemärkten gekennzeichnet. Infrastructure Debt ermöglicht es Investoren, eine attraktive Kreditrisikoprämie zu erzielen und dabei relativ immun gegenüber den jüngsten Marktturbulenzen zu bleiben – etwa durch Zölle oder den jüngsten Energiepreisschock.Kurz gesagt: Infrastructure Debt hat eine größere Stabilität und attraktivere Margen als der breitere Fixed-Income-Markt bewiesen und profitiert gleichzeitig vom höheren Zinsniveau.
Darüber hinaus bietet Infrastructure Debt Investoren strukturelle Widerstandsfähigkeit. Infrastrukturanlagen erbringen wesentliche Dienstleistungen für die Gesellschaft. Sie werden in der Regel durch langfristig vertraglich gebundene oder regulierte Erträge gestützt, während Darlehen typischerweise durch solide Vereinbarungen von Sicherheiten unterlegt sind.
All diese Merkmale stützen stabile Cashflows und eine niedrige Korrelation zum Konjunkturzyklus. Diese Kombination aus Stabilität, einer attraktiven Prämie gegenüber börsennotierten Fixed-Income-Märkten, struktureller Widerstandsfähigkeit und starkem Abwärtsschutz macht Infrastructure Debt im aktuellen Marktumfeld besonders attraktiv.
Strukturelle Investitionsthemen treiben die Kapitalnachfrage
Die überzeugendsten Chancen im Bereich nachrangiger Strukturen sind derzeit mit den großen strukturellen Trends der Energie- und Digitalwende verknüpft.Es gibt ein reichhaltiges Angebot an Möglichkeiten, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, die Kapazität zur Erzeugung erneuerbarer Energie erheblich auszubauen – nicht zuletzt zur Stärkung der heimischen Energieversorgungssicherheit in vielen Regionen. Hinzu kommt die Erweiterung der Speicherlösungen, die erforderlich sind, um Netze an die mit erneuerbaren Anlagen einhergehende Intermittenz anzupassen. Energieeffizienz ist ebenfalls ein wichtiges Thema.
Diese Bereiche zusammengenommen werden enorme Kapitalmengen erfordern, um ehrgeizige Ausbaupläne umzusetzen. Neben Eigenkapital und Senior Debt entsteht dadurch eine erhebliche Nachfrage nach Zwischenformen in der Finanzierung, die effiziente Kapitalstrukturen in Form von Junior- und nachrangigen Infrastrukturfinanzierungen unterstützen.
Gleichermaßen gibt es massive Investitionsbedürfnisse im Bereich der digitalen Infrastruktur. Die Beschleunigung von KI treibt insbesondere die weitere Expansion des Rechenzentrumssegments sowie den laufenden Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen voran.
Die Megatrends Energiewende und Digitalwende befeuern einen beispiellosen Deal Flow für Infrastructure-Debt-Anbieter im Allgemeinen und für den Sub-Investment-Grade-Markt im Besonderen.
Sponsoren suchen nach effizienten Lösungen in der Bau- und Expansionsphase, wo die Finanzierungsbedürfnisse sowohl umfangreich als auch komplex sind. Strukturen, die sowohl Projektfinanzierungs- als auch Unternehmenselemente umfassen, sind erforderlich, um diese Kombination aus Asset-Backed- und Expansionstätigkeit zu bedienen.
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