Assenagon AM | Die Diversifikationsillusion: Warum mehr Aktien im Portfolio nicht automatisch weniger Risiko bedeuten
Daniel Jakubowski, Head of Portfolio Management bei Assenagon AM
- Einzeltiteldiversifikation: Selbst sehr breite Aktienportfolios können von wenigen Schwergewichten dominiert werden
- Benchmark-Abhängigkeit: Indexnähe ist kein Beleg für eine ausgewogene Verteilung der Risiken
- Ökonomische Diversifikation: Entscheidend sind unabhängige Risikotreiber, nicht allein die Zahl der Aktien
Investmentfonds.de - Hohe Bewertungen und die starke Konzentration auf wenige Technologie- und KI-Unternehmen machen die globalen Aktienmärkte zunehmend anfällig für abrupte Kurskorrekturen. Darauf haben zuletzt auch Institutionen wie die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds hingewiesen. Wenn wenige Unternehmen einen immer größeren Teil des Marktes bestimmen, können negative Nachrichten, enttäuschte Renditeerwartungen oder Kursverluste einzelner Titel rasch auf den Gesamtmarkt übergreifen. Für Anleger rückt damit eine alte Gretchenfrage in den Vordergrund: „Nun sag, wie hältst Du es mit der Diversifikation?“
Wie viele Aktien braucht ein diversifiziertes Portfolio?
Eine weitverbreitete Faustregel lautet: Je mehr Aktien ein Portfolio enthält, desto besser ist es diversifiziert. Tatsächlich sinkt das unternehmensspezifische Risiko zunächst deutlich, wenn weitere Titel hinzukommen. Doch allein daraus die Empfehlung abzuleiten, möglichst viele Einzelaktien in das Portfolio aufzunehmen, greift zu kurz. "Die Zahl der Titel ist zwar relevant, sagt für sich genommen aber noch wenig über die tatsächliche Risikostreuung aus", sagt Daniel Jakubowski, Head of Equity Portfolio Management bei Assenagon.In ihrer aktuellen Assenagon Studie untersuchen Jakubowski und sein Kollege Sebastian Schmider, Head of AI Solutions & Macro Analytics, anhand einer Modellrechnung über die vergangenen zehn Jahre, wie sich die Diversifikation mit steigender Titelzahl verändert. Dafür vergleichen die beiden Investmentexperten zwei Portfoliotypen: ein nach Marktkapitalisierung gewichtetes Portfolio und ein Portfolio, in dem sämtliche Aktien gleichgewichtet sind. Als Benchmark dient ein globales, kapitalisierungsgewichtetes Anlageuniversum aus 1.268 Titeln. Das Ergebnis: Bei beiden Ansätzen nimmt der Diversifikationseffekt mit wachsender Titelzahl zunächst zu. Wie breit Kapital und Risiken tatsächlich gestreut sind, unterscheidet sich jedoch erheblich.
Warum Benchmarknähe keine echte Diversifikation beweist
Kapitalisierungsgewichtete Portfolios nähern sich mit zunehmender Titelzahl schnell dem breiten Markt an. Wer die größten Indexunternehmen entsprechend ihrer Marktkapitalisierung hält, bildet automatisch einen erheblichen Teil des Index ab. Eine geringe Abweichung von der Benchmark bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Kapital und Risiken ausgewogen verteilt sind. Auch ein Portfolio, das sich nahezu im Gleichlauf mit seinem Vergleichsindex bewegt, kann in hohem Maße von wenigen Unternehmen abhängen. "Entscheidend für ein breit diversifiziertes Portfolio ist nicht allein die Anzahl der Positionen oder der Tracking Error, sondern vor allem das Gewicht der größten Titel und ihr Beitrag zum Gesamtrisiko", so Schmider.Wie sehr der alleinige Fokus auf die reine Titelzahl täuschen kann, zeigt der Blick auf das vollständige globale Anlageuniversum. Obwohl es in der Modellrechnung 1.268 Unternehmen umfasst, entfallen im kapitalisierungsgewichteten Portfolio rund 26 Prozent des Gesamtgewichts auf lediglich zehn Positionen, die zudem für rund 40 Prozent der Portfoliovarianz verantwortlich sind. "Die Risikokonzentration kann damit noch ausgeprägter sein als die reine Gewichtskonzentration", konstatiert Jakubowski.
Wie Gleichgewichtung Konzentrationsrisiken reduziert
Gleichgewichtete Portfolios zeichnen ein anderes Bild. Da jeder Titel zunächst dasselbe Gewicht erhält, sinkt die Abhängigkeit von einzelnen Großunternehmen deutlich. Im vollständigen Anlageuniversum liegt der gemeinsame Anteil der zehn größten Positionen bei weniger als einem Prozent.Mit zunehmender Titelzahl entfernt sich ein gleichgewichtetes Portfolio allerdings stärker vom kapitalisierungsgewichteten Gesamtindex. Diese Abweichung ist jedoch nicht automatisch ein Zeichen mangelnder Diversifikation. "Sie zeigt vielmehr, dass Benchmarknähe und Risikostreuung zwei unterschiedliche Eigenschaften eines Portfolios sind", sagt Schmider.
Drei Dimensionen entscheiden über die Qualität der Diversifikation Die Studie unterscheidet daher drei Ebenen der Diversifikation, die bei der Portfoliokonstruktion Berücksichtigung finden sollten. Die Einzeltiteldiversifikation beschreibt, wie stark ein Portfolio von einzelnen Unternehmen abhängt. Entscheidend sind neben der effektiven Anzahl der Aktien insbesondere die Gewichtung der größten Positionen und die Verteilung der Risikobeiträge.
Die Benchmark-Abhängigkeit zeigt, welcher Anteil der Portfoliobewegungen durch den Vergleichsindex erklärt wird. Weder die Nähe zur Benchmark noch die Abweichung von ihr sind für sich genommen ein Beleg für Diversifikation.
Die Ebene der ökonomischen Diversifikation betrachtet, wie breit ein Portfolio über Länder, Sektoren und Faktoren hinweg aufgestellt ist. Denn auch viele Einzeltitel können ähnlichen wirtschaftlichen Einflüssen ausgesetzt sein und sich in Stressphasen entsprechend gleichförmig entwickeln.
Was eine wirksame Diversifikation für Anleger ausmacht
Gerade in einem Umfeld anhaltender geopolitischer Unsicherheit, hoher Bewertungen und konzentrierter Aktienmärkte sollten Anleger Diversifikation nicht als bloße Frage der Titelzahl verstehen. "Ein Portfolio mit 250 gezielt ausgewählten und ausgewogen gewichteten Titeln kann besser diversifiziert sein als ein kapitalisierungsgewichtetes Weltportfolio mit über 1.000 Einzelaktien", so die Assenagon Experten. Ausschlaggebend ist nicht die maximal mögliche Zahl an Positionen. Entscheidend ist vielmehr, welche Rendite- und Risikotreiber bewusst in das Portfolio aufgenommen werden – und welche Konzentrationsrisiken möglicherweise unbemerkt entstehen.- Ende der Nachricht
Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder (Assenagon AM) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar (Assenagon AM)
***
Hinweis:
Diese Nachricht stellt keine Anlageberatung dar. Eine persönliche und unabhängige Beratung erhalten Anleger ausschließlich im Rahmen einer qualifizierten Anlageberatung durch unsere Experten.
Wie funktioniert die "Investmaxx Anlageberatung"?
Das grösste Risiko bei der Geldanlage von Privatanlegern ist es, in drastisch überteuerte Investmentanlagen zu investieren, für die man später weniger Geld herausbekommt, als man selbst investiert hat. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Privatanleger gilt daher ein Erfolgsprinzip: Im Einkauf liegt der Erfolg, doch genau hier scheitern viele Anleger und steigen bei euphorischen Märkten zu teuer ein und verkaufen ihre Anlagen in Paniksituationen zu billig.
Die eigene "Psychologie von Gier und Angst" macht damit über 95% der Anleger oft einen Strich durch die Rendite der eigenen Geldanlage.
Das zweitgrösste Risiko für die eigene Geldanlage ist damit der Privatanleger selbst. Die INVEXTRA.COM AG setzt deswegen bei der Anlageberatung auf eine Behavioural-Finance-Strategie, die irrationale Verhaltensmuster von Anlegern und politischen Entscheidungsträgern systematisch berücksichtigt und daraus entstehende Preisanomalien gezielt nutzt, um aus überteuerten Sektoren auszusteigen und in günstiger bewertete Sektoren umzuschichten. Das Konzept wurde an der University of Michigan Business School (USA) von unserem Gründer, Dipl.-Kfm. Raimund Tittes, entwickelt und erfolgreich 1996 in die Praxis umgesetzt. So konnten die Investmaxx Stop&Go Offenisve Depots seit 1996 ein besseres Rendite-Risikoverhältnis erzielen als der Dax.
>>> Unsere Experten entwickeln individuelle, global diversifizierte Portfolios, die in wachstumsstarke Sektoren investieren und darauf ausgerichtet sind, Vermögen langfristig aufzubauen, durch Risikomanagement die Stabilität und den Erhalt von Vermögen zu gewährleisten und vor Inflation zu schützen. >>> Mehr Infos dazu.
***
INVESTMENTFONDS.DE
TOP Fonds / ETF Vergleich - Wertentwicklung
INVESTMENTFONDS.DE Hinweise in eigener Sache:
*** - Anzeige - Newsletter | Aktuell | Kostenlos
Jetzt kostenlos den wöchentlichen Newsletter mit den aktuellsten Markteinschätzungen und Marktanalysen erhalten!
Interesse auf den Blick in die Zukunft der nächsten Börsenriesen?
Hier einfach mit Email registrieren! Jederzeit kündbar.
- Ende Anzeige -
***
Disclaimer: Diese Meldung ist keine Empfehlung zu einer Fondsanlage und keine individuelle Anlageberatung. Vor jeder Geldanlage in Fonds sollte man sich über Chancen und Risiken beraten und aufklären lassen. Der Wert von Anlagen sowie die mit ihnen erzielten Erträge können sowohl sinken als auch steigen. Unter Umständen erhalten Sie Ihren Anlagebetrag nicht in voller Höhe zurück. Die in diesem Kommentar enthaltenen Informationen stellen weder eine Anlageempfehlung noch ein Angebot oder eine Aufforderung zum Handel mit Anteilen an Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar.
Risikohinweis: Die Ergebnisse der Vergangenheit sind keine Garantie für künftige Ergebnisse. Die Aussagen einer bestimmten Person geben deren persönliche Einschätzung wieder. Die zur Verfügung gestellten Informationen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen keine Beratung dar.
News zum Thema
Weitere News auswählen
Sparplan für Kinder
Mit einem Aktienfonds-Sparplan ab der Geburt kann Ihr Kind eine Millionärsrente erreichen.