Capital | Schwache US-Arbeitsmarktdaten beleben die Wall Street und schwächen den US-Dollar
Kyle Rodda, Senior Finanzmarkt Analyst der Capital.com
- Der Schock der US-Arbeitsmarktdaten außerhalb der Landwirtschaft senkt die Chancen für Zinserhöhungen der Fed
- Die Märkte richten ihre Aufmerksamkeit auf die US-Verbraucherpreisdaten, um die Zinserwartungen zu präzisieren
Investmentfonds.de - Eine viel schwächere als erwartete Non-Farm Payrolls-Veröffentlichung zeichnete ein düsteres Bild des US-Arbeitsmarktes. Doch die Marktteilnehmer betrachteten die Daten als eine ‚schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten‘-Situation, was die Wahrscheinlichkeit künftiger Zinserhöhungen der US-Notenbank senkte und die Aktienbewertungen in die Höhe trieb. Die Zahlen für Juli zeigten einen unerwarteten Rückgang von 23.000 Arbeitsplätzen in der US-Wirtschaft. Unterdessen wurden die Daten des Vormonats nach unten korrigiert, was jede Vorstellung, dass sich der US-Arbeitsmarkt wirklich erholte, zunichte machte. Kurioserweise fiel die Arbeitslosenquote, die aus einer anderen Umfrage abgeleitet wird, tatsächlich auf 4,1 Prozent, was auf angebotsseitige Faktoren zurückzuführen ist, die die Erwerbsquote senkten. Dennoch haben die Märkte die implizierte Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September auf 43 Prozent gesenkt, nach über 50 Prozent vor den Daten. Dies war vor der jüngsten ‚weniger zinskritischen als erwarteten‘ FOMC-Entscheidung bereits vollständig eingepreist.
Die Märkte reagierten auf die Non-Farm Payrolls-Zahlen gemäß dem erwarteten Drehbuch. Wall Street schloss in Reichweite der Rekordhöhen, während die Renditen fielen. Der Dollar ging zurück, wovon vor allem der Yen profitierte, nach der sehr aggressiven Intervention des US-Finanzministeriums in den Märkten in der letzten Woche, und Edelmetalle sprangen nach oben, auch wenn sie die Tageshochs nicht halten konnten. Der nächste Test für die Märkte (abgesehen von den anhaltenden geopolitischen Risiken) werden diese Woche die US-Inflationsdaten sein. Die CPI-Zahlen sollen eine leichte Abschwächung des Kernpreisanstiegs auf 2,5 Prozent zeigen. Ein solches Ergebnis würde die wachsende Ansicht stützen, dass die Fed eher auf einem ‚Abwarten und Beobachten‘-Kurs bei den Zinssätzen sein könnte – obwohl die Reaktionsweise der Zentralbank angesichts der berüchtigten Zurückhaltung von Chairman Kevin Warsh weiterhin ein Bereich erheblicher Unsicherheit und Spekulation bleibt.
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