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07.11.2017   
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Investmentfonds.de 07.11.2017:

T. Rowe Price: Mittel- und osteuropäische Staatsanleihen bieten attraktive Chancen



Köln, den 07.11.2017 (Investmentfonds.de) - 



Peter Botoucharov, Fixed Income Sovereign Analyst bei T. Rowe Price


Das Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa (Central and Eastern Europe, 
CEE) hat die Markterwartungen übertroffen, was zum Teil auf robuste private 
Konsum- und Investitionsausgaben zurückzuführen ist. „Wir konnten dieses starke 
Wachstum in einer Reihe von Ländern der Region beobachten“, sagt Ivan Morozov, 
Fixed Income Sovereign Analyst bei T. Rowe Price. „Das eröffnet Fixed-Income-
Investoren mehrere attraktive Möglichkeiten.“


So haben Rumänien, Tschechien, Polen und Ungarn bislang in diesem Jahr ein 
positives Wachstum erzielt, das sich bis Ende des Jahres fortsetzen dürfte. 
„Die mitteleuropäischen Länder, insbesondere die Mitgliedstaaten der Euro-
päischen Union (EU), haben vom Wachstum in der gesamten Union profitiert, 
da die EU der größte Abnehmer von CEE-Exporten ist“, sagt Morozov. „Serbien 
beispielsweise, obwohl kein EU-Mitglied, hat von Abkommen mit der EU profi-
tiert, durch das es Industriegüter in den europäischen Binnenmarkt expor-
tieren kann.“ Ein starkes Exportwachstum in ganz Mittel- und Osteuropa 
habe zu mehr Investitionen und Beschäftigung geführt, was wiederum zu einem 
gesunden Wachstum der Binnennachfrage in der Region führte. „Finanzielle 
Stimulierungsmaßnahmen, einschließlich Steuersenkungen und Erhöhungen der 
Rentenauszahlungen, haben weiter zum Wachstum beigetragen - insbesondere 
in Rumänien, Ungarn und Polen.“ Außerdem hätten Gelder aus EU-Strukturfonds 
die Region beflügelt. „Polen könnte der größte Profiteur der geplanten 
Unterstützungsfonds aus dem EU-Haushalt 2014 bis 2020 sein. In diesem 
Zeitraum wird das Land etwa 115 Milliarden Euro erhalten“, sagt Morozov.


Unterschiedliche Inflationsentwicklungen in der Region
 

Auch in Russland und der Türkei seien die Wirtschaftszahlen gut. „Dieses 
schnelle Wachstum hat die Arbeitsmarktsituation vieler dieser Volkswirt-
schaften verändert“, sagt Peter Botoucharov, Fixed Income Sovereign Analyst 
bei T. Rowe Price. „Die Arbeitslosigkeit in einigen CEE-Ländern, wie 
Tschechien, Ungarn und Polen, ist auf ein historisch niedriges Niveau
gesunken, und der Arbeitskräftemangel nimmt zu. Das Lohnwachstum war 
außergewöhnlich stark und verzeichnete im vergangenen Jahr in mehreren 
CEE-Ländern einen zweistelligen Zuwachs.“ Trotzdem blieben die Lohnkosten 
in der Region im Vergleich zu Westeuropa niedrig, was Investitionen aus 
dem Ausland fördere. In Russland sei die Arbeitslosigkeit auf den 
niedrigsten Stand seit 2014 gesunken.


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„Trotz des breiten, gleichmäßigen Wachstums in den mittel- und osteuro- päischen Ländern, hat die Inflation sich unterschiedlich entwickelt“, sagt Botoucharov. „Auf der einen Seite haben Länder wie Russland und die Türkei eine hohe, aber sinkende Inflation. Auf der anderen Seite ist in einigen CEE-Ländern mit niedrigen Inflationsraten allmählich ein Anstieg zu beo- bachten, aufgrund des verbesserten Wachstums und der geringeren Arbeits- losigkeit.“ In Ungarn sei dabei die Reflation am stärksten, da hier das Wirtschaftswachstum von arbeitsintensiven Industrien getrieben wurde und es einen akuten Mangel an Arbeitskräften gab. „Die Gesamtinflation in Ungarn stieg bis August stärker als in jedem anderen Land in Mittel- und Osteuropa, obwohl die Inflation unter der Zielmarke der ungarischen Zentralbank bleibt“, sagt Botoucharov. Auch Polen, die Tschechische Republik, Rumänien und Serbien sähen sich mit steigenden Preisen kon- frontiert. In diesen Volkswirtschaften, in denen die Zinsen für die Schwellenländer vergleichsweise niedrig sind, würden die Zentralbanken beginnen, ihre Geldpolitik einzuschränken. „Zusätzlich zu den verschiedenen Entwicklungen der Inflation sind unter- schiedliche Reaktionen der Zentralbanken auf das Wirtschaftswachstum zu beobachten“, sagt Botoucharov. „In den Ländern, in denen die Inflation zunimmt, schränken die Zentralbanken ihr Geldpolitik unterschiedlich stark ein. Die verschiedenen geldpolitischen Ansätze in den mittel- und osteuro- päischen Ländern sind ein Spiegel des gesamten Emerging Markets-Universum.“ Nach der Finanzkrise hätten viele Zentralbanken eine akkommodierende Geldpolitik verfolgt und die Zinssätze auf Rekordtiefststände gesenkt, um die wirtschaftliche Erholung anzukurbeln. „Trotz des jüngsten Wachs- tumsanstiegs bleibt die Geldpolitik in vielen Ländern angepasst, da die politischen Entscheidungsträger nach Jahren des stagnierenden Wachstums immer noch vorsichtig sind.“ Langfristig potentielle politische Risiken Kurzfristig sei das Investment-Umfeld vielversprechend. „Es bestehen aber gewisse politische Unwägbarkeiten, die längerfristig ein potentielles Risiko für die Region bergen“, sagt Morozov. „Polen, Ungarn und, in geringerem Maße, auch Rumänien, sehen sich mit politischen Protestbewegungen konfrontiert, die sich gegen die Globalisierung wenden und sich auf nationale Interessen konzentrieren. Diese Entwicklungen haben das Potential, den Ländern in Mittel- und Osteuropa auch langfristig zu schaden.“ Die EU habe zwar kein Instrument, um Länder zu bestrafen, die gegen die Demokratieprinzipien der Union verstoßen, sie könnte aber zu Beginn des nächsten Haushaltszyklus 2020 die Mittel aus EU-Strukturfonds kürzen. „Angesichts der Bedeutung dieser Fonds für die CEE- Länder könnten die Auswirkungen auf das Wachstum erheblich sein“, sagt Morozov. „Das könnte sogar zu Herabstufungen der Kreditwürdigkeit führen.“ „Die divergierende Inflationsdynamik und die unterschiedlichen geldpoli- tischen Ansätze in Mittel- und Osteuropa bieten insbesondere attraktive Investmentgelegenheiten im Bereich Relative Value“, sagt Botoucharov. „Wir gewichten derzeit Anleihen mit langer Laufzeit solcher Länder über, in denen die Zinsen hoch sind und voraussichtlich sinken werden oder in denen die Geldpolitik außergewöhnlich zurückhaltend ist und die Zentralbanken die Flexibilität haben, diese beizubehalten. Staatsanleihen von Ländern mit niedrigen Zinssätzen und restriktiveren Zentralbanken gewichten wir geringer.“ Zudem böten sich bei den Währungen Investmentgelegenheiten. „Ungeachtet jedoch der Möglichkeiten, die durch das starke Wirtschaftswachstum entstanden sind, sollten solche Positionen ständig neu evaluiert werden“, sagt Botoucharov. „Wenn sich Änderungen bei Inflation oder Wachstum ergeben, müssen Investment- entscheidungen gegebenenfalls revidiert werden. Es ist entscheidend, aktives Management mit detailtiefer Expertise und einem risikobewussten Ansatz zu kombinieren, um Marktineffizienzen abzuschwächen und Chancen zu nutzen.“

Quelle: Investmentfonds.de


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