Vanguard | EZB-Vorschau Februar 2026: Leitzins nach robusten Konjunktur- und Inflationsdaten bei 2 % fest verankert
Shaan Raithatha, Senior Economist bei Vanguard
Investmentfonds.de - 03. Februar, Frankfurt. Wir erwarten, dass der Einlagensatz der Europäische Zentralbank über das gesamte Jahr 2026 bei 2 % bleibt. Die Hürde für eine geldpolitische Anpassung ist hoch und würde eine deutliche Neubewertung der Konjunkturaussichten erfordern. Gleichwohl ist die Risikobalance – getragen von tieferen Energiepreisen, einem stärkeren Euro und moderaterer Lohndynamik – eher in Richtung zusätzlicher Lockerung verschoben, prognostiziert Shaan Raithatha, Senior Economist bei Vanguard in seinem EZB-Kommentar.
Die Europäische Zentralbank dürfte an ihrer Februarsitzung die Zinsen unverändert lassen. Die seit den Mitarbeiterprojektionen vom Dezember veröffentlichten Daten lagen insgesamt im Rahmen der Erwartungen. Etwas schwächere Inflationszahlen zum Jahresende 2025 wurden durch festere Werte zu Beginn von 2026 ausgeglichen. Trotz geopolitischer Schlagzeilen, etwa rund um Grönland, dürften die technischen Annahmen der EZB zu Eurokurs und Energiepreisen kaum angepasst werden. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Geldpolitik 2026 unverändert bleibt, wobei die Risiken eher in Richtung zusätzlicher Lockerung tendieren.
Geldpolitik in einer «guten Lage»:
Zum sechsten Mal in Folge dürfte EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonen, dass sich die Geldpolitik in einer «guten Lage» befindet und der EZB-Rat mit dem mittelfristigen Inflationspfad zufrieden ist. Mit grösserem Widerspruch innerhalb des Rates ist nicht zu rechnen.
Jüngste Daten mit leicht hawkischem Ton:
Das Bruttoinlandprodukt im Euroraum wuchs im vierten Quartal um 0,3 % gegenüber dem Vorquartal und übertraf damit die EZB-Projektionen von 0,2 %. Für das Gesamtjahr 2025 ergibt sich ein robustes Wachstum von 1,5 %. Die Stimmungsindikatoren im Januar bewegten sich insgesamt seitwärts. Gleichzeitig fielen die vorläufigen Inflationsdaten für Januar in Deutschland höher aus als erwartet. Regionale Zahlen deuten darauf hin, dass tiefere Energiepreise durch eine kräftige Erholung bei Nahrungsmitteln und Kernwaren mehr als ausgeglichen wurden. Nach den eher dovishen Inflationszahlen im Dezember verschiebt sich das kurzfristige Bild damit wieder zugunsten der Falken.
Euro dürfte Inflation bremsen:
Trotz Berichten über einen stärkeren Euro ist die Gemeinschaftswährung handelsgewichtet seit den EZB-Projektionen vom Dezember (Stichtag 26. November) lediglich um 0,3 % gestiegen. Auf Jahressicht beträgt die Aufwertung jedoch rund 7 %. Nach unseren Berechnungen dürfte dies die Inflation in diesem Jahr um etwa 0,3 Prozentpunkte dämpfen.
Wenig EZB-Kommunikation:
Im Januar äusserten sich nur wenige Notenbankvertreter. Lagardes Einschätzung einer «guten Lage» wurde von mehreren Ratsmitgliedern – darunter Pereira und Radev – bestätigt. Isabel Schnabel signalisierte zudem, dass in «absehbarer Zukunft» keine Änderung des geldpolitischen Kurses zu erwarten sei.
Unsere Einschätzung:
Wir erwarten, dass der Einlagensatz der EZB über das gesamte Jahr 2026 hinweg bei 2 % bleibt. Die Hürde für eine geldpolitische Anpassung ist hoch und würde eine deutliche Neubewertung der wirtschaftlichen Aussichten erfordern. Gleichwohl sehen wir die Risikobalance angesichts tieferer Energiepreise, eines stärkeren Euro und einer moderateren Lohnentwicklung eher in Richtung zusätzlicher Lockerung verschoben.
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Hinweis:
Diese Aussagen in dieser Nachricht stellen keine Anlageberatung dar. Eine individuelle Anlageberatung gibt es unter Experten für Fonds und ETFs, hier kommt man in den Genuss von wachstumsstarken Weltmarkt-Portfolios zur Vermögenssicherung vor Krisen und Inflation auf der Basis von ETFs und Investmentfonds.****
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