Capital | Q3-Berichtssaison und US-Inflationsdaten (CPI) im Fokus
Daniela Hathorn, Senior Finanzmarkt Analystin der Capital.com
Investmentfonds.de - Die Märkte steuern auf das Ende der Handelswoche zu. Nach dem technologiegetriebenen Ausverkauf am Donnerstag versuchen sich die US-Aktienmärkte zu erholen. Erneute Sorgen über die Bewertungen im KI-Sektor treffen dabei auf steigende Ölpreise und anhaltend hohe Renditen von US-Staatsanleihen. Die Futures notieren heute Morgen jedoch höher und deuten darauf hin, dass Anleger weiterhin bereit sind, Kursrücksetzer zum Einstieg zu nutzen.
Am grundlegenden Spannungsfeld hat sich nichts geändert: Die Erwartungen an die Unternehmensgewinne sind ausgesprochen hoch. Solange die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen jedoch über 5 % liegt, steigen die Anforderungen an die Bewertung von Aktien zunehmend.
Der Ölpreis bleibt ein entscheidender Faktor für die allgemeine Risikobereitschaft an den Märkten. Brent hat leicht nachgegeben, nachdem Äußerungen aus Washington auf Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hindeuteten und damit die unmittelbaren Sorgen um die Versorgungslage etwas nachließen. Die anhaltenden Angriffe auf die Schifffahrt rund um die Straße von Hormus dürften jedoch dafür sorgen, dass die geopolitische Risikoprämie nicht so schnell verschwindet.
Die Auswirkungen auf die Gesamtmärkte bleiben unverändert: Höhere Rohölpreise drohen die Inflation auf einem erhöhten Niveau zu halten, erschweren damit den geldpolitischen Kurs der Fed und könnten die Renditen von US-Staatsanleihen erneut unter Druck setzen.
Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf den US-Verbraucherpreisindex (CPI) in der kommenden Woche und den Beginn der Berichtssaison für das dritte Quartal. Die für Mittwoch erwarteten Inflationsdaten werden besonders wichtig sein, um einzuschätzen, ob sich die Fed nach der Zinserhöhung im September eine Pause leisten kann. Unterdessen legen die großen US-Banken am Dienstag ihre Zahlen vor und liefern damit erste Hinweise darauf, wie Unternehmen und Verbraucher mit den höheren Finanzierungskosten zurechtkommen.
Starke Unternehmensgewinne bei gleichzeitig nachlassender Inflation wären das günstigste Umfeld für Aktien. Bleibt der Preisdruck dagegen hartnäckig und enttäuschen zugleich die Unternehmensausblicke, könnte dies die Anfälligkeit eines Marktes offenlegen, dessen Aufwärtsbewegung zunehmend von einer relativ kleinen Gruppe von Technologiekonzernen getragen wird.
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